E.T. Wenn ein Herz denkt
- Der Vater
- 23. Dez. 2025
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Ich halte E.T. für einen dieser Filme, den man gesehen zu haben glaubt, und den man doch kaum je wirklich angeschaut hat.
Steven Spielberg macht darin etwas Geniales: Die Erwachsenen kommen kaum vor. Man sieht sie angeschnitten, von hinten, auf Bauchhöhe. Hosen, Mäntel, Schlüsselbunde. Autorität ohne Gesicht.
Die Welt gehört den Kindern. Und der Mutter. Und einem Wesen, das aus dem All kommt, oder aus einer anderen Schicht der Wirklichkeit.
Erst als E.T. für tot erklärt wird, erst im Moment der endgültigen Diagnose, treten die Erwachsenen vollständig ins Bild. Mit Gesichtern. Mit Kälte. Mit Gewissheit.
Und dann geschieht etwas, das man leicht für Kitsch hält, wenn man sich nicht traut, genau hinzusehen.
Eliot sagt nicht viel. Er erklärt nichts. Er argumentiert nicht. Er sagt nur: Ich liebe dich.
Daraufhin beginnt etwas zu leuchten. Nicht das Gehirn. Nicht eine Maschine. Sondern das Herz.
Vielleicht ist dieses leuchtende Herz das eigentlich Zukunftsorgan. Nicht als Muskel, sondern als Denkorgan. Als Wahrnehmungszentrum.
Ein Ausserirdischer bringt den Menschen einen neuen Impuls: Erkenntnis durch Liebe. Leben durch Beziehung. Bewusstsein durch Verbundenheit.
Dass ein Kind diesen Satz spricht und nicht ein Erwachsener, ist kein Zufall.
Weihnachten ist genau dieser Moment: Wenn etwas, das schon für tot erklärt wurde, wieder zu leuchten beginnt.
Wenn Liebe kein Gefühl ist, sondern eine reale Kraft.
Wenn ein Herz denkt und uns damit rettet.



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