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In einer Welt namens LinkedIn

  • Der Vater
  • 30. Juni 2025
  • 2 Min. Lesezeit
Man on Olymp

Ich hatte einen Traum.


Ich lebte in einer Welt, in der alles bedeutend war. Alles.


Ein Leben wie LinkedIn.


Ich stand morgens auf – und war dankbar.

Für den besten Schlaf, die beste Matratze, den authentischsten Wecker, der mich nicht einfach weckte, sondern mit mir auf Augenhöhe kommunizierte.


Ich machte Kaffee – und schrieb einen Beitrag über Leadership in der Küche:


„Kaffee kochen heisst Verantwortung übernehmen. Danke an die Bohne für ihre Hingabe.“


Es war ein schöner Tag.


Ich atmete ein – und dachte an mein Netzwerk.


Wie wir alle gemeinsam atmen.


Synchron. Erfolgreich.


Mit Haltung.


LinkedIn ist der Ort, an dem Scheitern ein Codewort für Stärke ist.


„Nach einer extrem herausfordernden Zeit voller Learnings darf ich endlich verkünden, dass ich wieder atme.“


2.341 Likes.


Und ein Kommentar von jemandem, der mich vor 13 Jahren mal in der S-Bahn angelächelt hat:
 „Starke Worte. Inspirierend wie immer. #Resilienz #PowerMindset #DANKE


Ich sah Menschen. Sie hatten etwas geschafft.


Einen Workshop geleitet, ein Panel besucht, einen Apfel gegessen –


und sie hatten daraus eine Vision geformt.


„Die heutige Gala war für mich ein Reminder, dass Äpfel wie Ideen sind: Man muss reinbeissen. Danke an alle, die das möglich gemacht haben.“


Man ist nicht einfach angestellt, man ist on a mission.


Man hat nicht einfach ein Projekt, man hat ein Purpose-Driven-Momentum.


Man hat nicht einfach einen Kollegen, man hat eine Seelenverwandtschaft auf operativer Ebene.


Alles ist gross.


Niemand ist je nur OK.


Man ist top motiviert, extrem stolz, unglaublich dankbar und ein bisschen demütig,


aber nur so viel, dass es nicht vom Erfolg ablenkt.


Und irgendwann, mitten in diesem Dauer-Standing-Ovation-Zustand,


überkam mich eine düstere, einsame Frage:


Was, wenn ich mal einfach nichts tue?


Was, wenn ich nicht transformiere, nicht skaliere, nicht authentisch feiere?


Ich hörte ein leises Flüstern.


Es kam von innen.


Und es sagte:


„Dann bist du ein wertvoller Teil des Systems. Einfach still. Und ersetzbar.“


Ich wachte auf.


Und war dankbar.


Für den besten Traum, den besten Wecker, die beste Erkenntnis.


Und natürlich:


Für euch.


Mein Netzwerk.


Herzlichst,


Der Vater


(ein Certified Master of Ironie™)

 
 
 

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