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Wenn ich mich erkennen will – muss ich meine Umgebung studieren

  • Der Vater
  • 17. Mai 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Frau mit Kuh auf einer Bergwiese.

In der stillen Betrachtung der Umgebung um uns herum erkennen wir die tiefen Geheimnisse unseres eigenen Wesens. Wenn ich mich selbst erkennen will, so muss ich meine Umgebung studieren. Diesen Gedanken möchte ich in der heutigen Betrachtung entfalten, um das Verhältnis zwischen Mensch und Welt zu ergründen und aufzuzeigen, wie durch das Studium der äusseren Natur das innere Selbstverständnis geweckt werden kann.


Die Welt ist kein fremdes, von uns getrenntes Etwas. Sie ist der Spiegel unseres innersten Wesens. Wie ein Künstler seine inneren Visionen auf die Leinwand bringt, so projizieren wir unser inneres Selbst auf die Welt um uns herum. Die Pflanzen, die Tiere, die Menschen, die uns umgeben – sie alle sind Ausdruck der geistigen Kräfte, die auch in uns wirken. Indem wir die Natur studieren, die uns umgibt, können wir die inneren Kräfte erkennen, die unser eigenes Wesen formen.


Betrachten wir die Pflanzenwelt. Jede Pflanze, von der Blume bis zum Baum, offenbart die bildende Kraft, die auch in uns wirkt. Die Pflanze strebt dem Licht entgegen, sie verwandelt die Elemente der Erde in lebendige Schönheit. In diesem Streben der Pflanze erkennen wir unser eigenes Streben nach Erkenntnis und Licht. Das Studium der Pflanzenwelt lehrt uns, dass unser eigenes Leben ein fortwährendes Wachsen und Entfalten ist, ein Streben nach dem Höheren, nach dem Geistigen.


Ebenso ist die Tierwelt ein Spiegel unseres eigenen inneren Lebens. Die Tiere, mit ihren Instinkten und Trieben, zeigen uns die Kräfte, die auch in uns wirken, jedoch auf einer höheren Ebene des Bewusstseins. Wenn wir die Tiere beobachten, erkennen wir die verschiedenen Aspekte unserer eigenen Seele. Der Löwe mit seiner Kraft, der Vogel mit seinem Freiheitsdrang, die Ameise mit ihrem Gemeinschaftssinn – sie alle sind Symbole der Seelenkräfte, die in uns schlummern. Durch das Studium der Tierwelt erkennen wir, dass unser eigenes Wesen eine Harmonie der verschiedenen Seelenkräfte ist, die wir bewusst gestalten und lenken können.


Doch es ist nicht nur die äussere Natur, die uns Aufschluss über unser eigenes Wesen gibt. Auch die menschliche Gemeinschaft, die Kultur, die wir schaffen, sind Ausdruck unseres inneren Lebens. Jede menschliche Handlung, jede soziale Struktur ist ein Spiegelbild der geistigen Kräfte, die in uns wirken. Indem wir die Gesellschaft studieren, in der wir leben, erkennen wir die Ideale und Werte, die unser eigenes Handeln leiten. Wir erkennen, dass wir nicht isolierte Individuen sind, sondern dass unser Selbstverständnis nur im Kontext der Gemeinschaft, der Kultur, in der wir leben, vollständig erfasst werden kann.


Wenn ich mich also selbst erkennen will, so muss ich meine Umgebung studieren. Ich muss die Natur betrachten, die Tiere, die Pflanzen, die Menschen und die Gesellschaft, in der ich lebe. Denn in der Welt um mich herum finde ich die Spiegelbilder meines eigenen inneren Wesens. Indem ich die äusseren Erscheinungen studiere, enthülle ich die Geheimnisse meiner eigenen Individualität. So wird das Studium der Welt zu einem Pfad der Selbsterkenntnis, der mich zu den tiefsten Geheimnissen meines eigenen Wesens führt.

 
 
 

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